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Schleppkettenleitung aus Leidenschaft

Einer der Pioniere der Kabelentwicklung und Miterfinder der LÜTZE SUPEREFLEX® PLUS Schleppkettenleitungen, Helmuth Schubnell verabschiedet sich Ende Mai 2010 in den Ruhestand.

Hohe Taktzeiten im Dauerbetrieb, lange Verfahrwege, ständig bewegte Maschinen- und Anlagenteile sowie Beschleunigungen im Formel-1-Tempo: Schleppkettenleitungen unterliegen heutzutage enormen Belastungen. Die Friedrich LÜTZE GmbH & Co. KG, Weinstadt widmet sich seit über 50 Jahren den stetig wachsenden Anforderungen an die Leitungen und gehört zu den weltweit führenden Impulsgebern für die Branche. Dabei ist der Erfolg der LÜTZE-Schleppkettenleitungen – bekannt unter dem Markenamen LÜTZE SUPERFLEX® - aufs engste mit dem Namen von
Helmuth Schubnell verknüpft, der seit den 80er Jahren zu den Pionieren in Sachen Schleppkettenleitung zählt. Auf Basis seiner Entwicklungen mit fortschrittlichsten Kabelkonstruktionen und hochmodernen Material- und Produktionstechniken wurden weltweit tausende erfolgreicher LÜTZE-Schleppketteninstallationen realisiert.

Blickt man, wie Helmuth Schubnell, auf den technischen Fortschritt der letzten 20 Jahren in punkto Schleppkettenleitungen zurück, so schaut man auf einige wesentliche Veränderungen. Dank neuer Materialien und Materialkombinationen sind heute deutlich leistungsfähigere Kabelaufbauten möglich. So werden für LÜTZE SUPERFLEX® Leitungen über 10 Millionen Bewegungszyklen in Dauertests durchgeführt. Basis hierfür sind die deutlich verbesserten Gleiteigenschaften der Materialien – z.B. dank dem Einsatz neuer thermoplastischer Elastomere – kurz TPE - im Kabelverbund. Kabel mit deutlich kleineren Durchmessern bei gleichzeitig hoher Resistenz gegenüber Biegewechselbelastungen lassen sich heute realisieren. Desgleichen wurde die elektrischen Eigenschaften vieler Materialien verbessert, was höhere Übertragungsfrequenzen ermöglicht. Zu den konstruktivsten Fortschritten in den letzten Jahren rechnet Helmuth Schubnell den Umstieg von Feinstlitzen – wie sie bis Mitte der 90er Jahre Standard waren – auf dickere Einzeldrähte. Wichtig war
hierbei auch der Abschied von den relativ harten Polyesterisolationen.
 
In die Zukunft blickt Helmuth Schubnell gelassen: bei LÜTZE tritt mit Dipl.-Ing. Jörg Bör (44 Jahre) ein seit vielen Jahren in der Kabelbranche renommierter Kabelexperte sein Erbe in Sachen Schleppkettenleitungen an.

Interview mit dem Schleppkettenexperten Helmuth Schubnell

Frage: Seit 1988 sind Sie in der Kabelei tätig und seit vielen Jahren in leitender Funktion für LÜTZE. Hierbei hat sich LÜTZE unter Ihrer Führung zu einem der führenden Anbieter für Schleppkettenleitungen entwickelt. Was war Ihr Erfolgsrezept?

Helmuth Schubnell: Unser LÜTZE Kabelteam hat stets die Kundenanforderungen an oberster Stelle gesehen. Technisch perfekte Lösungen sind dabei das Eine. Das Andere sind wirtschaftliche Lösungen für unsere Kunden. Wirtschaftlichkeit heisst aber nicht nur günstige Leitungen zu entwickeln, sondern auch Sicherheit anzubieten. Denn Kabelausfälle können angesichts von Maschinenstillständen und Produktionsausfällen sehr teuer werden. Hier haben wir für unsere weltweiten Kunden stets den effizientesten Mittelweg gefunden.

Frage: Wenn Sie sich an die ersten Jahre bei LÜTZE zurückerinnern. Was waren die entscheidenden Schritte bei der Entwicklung der LÜTZE SUPERFLEX®PLUS Schleppkettenleitungen.

Helmuth Schubnell: Wir mussten unsere eigenen Erfahrungen machen. Wir haben durch unzählige Musterfertigungen und ausführliche Tests sozusagen am entstehenden Produkt gelernt. Ich denke, diese Try-and-Error-Strategie ist bis heute Teil unserer Kabel-Innovationskultur bei LÜTZE geblieben. Darum finden Sie mich auch bis heute oft in der Kabelproduktion, also dort wo die Qualität unserer Kabel entsteht: am Extruder oder an der Verseilmaschine.

Frage: Was hat sich im Kabelaufbau im Laufe der letzten Jahre getan?

Helmuth Schubnell: Man verwendet heute andere Materialien, so ist man z.B. zu gröberen Einzeldrähten übergegangen, da diese effektiver als die ultrafeinen Litzen sind. Eine entscheidende Veränderung gab es auch bei den Isolationsmaterialien und Materialkombinationen. Aufgrund unserer Versuchsreihen bei LÜTZE haben wir z.B. festgestellt, dass optimale Kabeleigenschaften in punkto Biegewechselbelastbarkeit nur dann gegeben sind, wenn man Materialien in ihrer Härte und Steifigkeit aufeinander abstimmt.

Frage: Was zeichnet LÜTZE SUPERFLEX® Leitungen aus?

Helmuth Schubnell: Unsere Zielrichtung waren und sind mittelständische Unternehmen, die in LÜTZE einen Entwicklungspartner auf Augenhöhe sehen. Wir liefern darum nicht nur Kabellösungen von der Stange. Wir denken mit unseren Kunden mit. LÜTZE hat darum drei SUPERFLEX® Varianten im Angebot, die sich so anpassen lassen, dass wir rund 95% aller potentiellen Anwendungen abdecken können.
 
Frage: Wie geht’s weiter bei LÜTZE in punkto Kabel? Ihr Nachfolger Jörg Bör ist auch gelernter Kabelfachmann?

Helmuth Schubnell: Ja, dies war der Wunsch unserer Geschäftsführung. Als Nachfolger kam nur ein gelernter Kabelfachmann mit einer breiten Erfahrung in Frage. Herr Bör und ich arbeiten bereits seit zwei Jahren zusammen. Er bringt zudem ein umfangreiches Wissen im wichtigen Zukunftsfeld der Datentechnik mit.
 
Frage: Was haben Sie sich für den Ruhestand vorgenommen?

Helmuth Schubnell: Zu erst einmal einen Gang zurückschalten und mich der Familie und den Dingen widmen, für die ich eigentlich nie Zeit hatte: zum Beispiel meiner großen Liebe Italien. Unser Wohnmobil wartet bereits ungeduldig...

 

 
       
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